Das Vergleichswertverfahren ist ein durch § 15 der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) geregeltes Verfahren zur Ermittlung des Immobilienwerts. Der Marktwert einer Immobilie wird dabei aus dem Vergleich mit real erzielten Verkaufspreisen ähnlicher Objekte abgeleitet. Entscheidend ist, dass ausreichend Vergleichsdaten von Immobilien mit ähnlichen Merkmalen vorliegen, damit der Wert realistisch und marktnah bestimmt werden kann.
Wann wird das Vergleichswertverfahren eingesetzt?
Das Vergleichswertverfahren wird vor allem bei der Bewertung von Grundstücken, Wohnungen und Einfamilienhäusern angewendet. Es eignet sich besonders gut, wenn viele vergleichbare Objekte in der Region verkauft wurden und somit genügend Vergleichspreise zur Verfügung stehen. Ist dies nicht der Fall, können auch Vergleichspreise aus anderen, ähnlichen Gebieten herangezogen werden.
Schritt für Schritt durch das Vergleichswertverfahren
1. Objektparameter bestimmen
Zunächst werden alle relevanten Merkmale der zu bewertende Immobilie erfasst. Dazu zählen Lage, Größe, Baujahr, Zustand, Ausstattung und Nutzung des Objekts.
2. Vergleichsobjekte suchen
Im nächsten Schritt werden Immobilien gesucht, die dem Bewertungsobjekt möglichst ähnlich sind. Hierbei helfen Datenbanken der Gutachterausschüsse, Immobilienportale und Maklernetzwerke. Je mehr Übereinstimmungen bestehen, desto genauer wird das Ergebnis.
3. Vergleichspreise anpassen
Da sich Immobilien selten exakt gleichen, werden die Verkaufspreise der Vergleichsobjekte um Zu- oder Abschläge angepasst. Unterschiede in Lage, Zustand oder Ausstattung werden so berücksichtigt.
4. Durchschnittlichen Vergleichswert berechnen
Aus den angepassten Vergleichspreisen wird ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis ermittelt. Dieser wird mit der Größe der zu bewertende Immobilie multipliziert, um den Vergleichswert zu berechnen.
5. Marktanpassung und Ergebnis
Abschließend wird geprüft, ob der ermittelte Wert durch aktuelle Marktentwicklungen beeinflusst werden muss. Das Ergebnis ist der Verkehrswert der Immobilie, der als Grundlage für Verkauf, Kauf oder Finanzierung dient.
Vorteile des Vergleichswertverfahrens
• Realitätsnahe Bewertung, da echte Verkaufspreise zugrunde liegen
• Besonders geeignet für Standardimmobilien mit vielen Vergleichsdaten
• Transparent und nachvollziehbar für Käufer und Verkäufer


