Eine bauliche Anlage zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass sie fest mit dem Erdboden verbunden ist oder dort aufgrund des Eigengewichts unveränderlich steht. Außerdem werden bauliche Anlagen aus Bauprodukten hergestellt. Der Begriff ist nicht im Baugesetzbuch definiert, sodass die jeweiligen Landesbauordnungen herangezogen werden müssen, die allerdings weitgehend übereinstimmende Definitionen beinhalten.

Welche Arten von baulichen Anlagen werden unterschieden?

Laut Definition ist eine bauliche Anlage immobil, denn sie ist nicht (oder nur auf ortsfesten Bahnen) beweglich. Dementsprechend umfasst diese Kategorie:

  • Gebäude aller Art
  • ortsfeste Werbungsanlagen (z. B. feste Plakatwände)
  • Lager- und Abstellplätze
  • Sport- und Spielplätze
  • Camping- und Zeltplätze
  • Vergnügungsparks
  • Parkplätze
  • Gerüste
  • Ausgrabungen
  • Aufschüttungen
  • Hilfseinrichtungen, mit denen Bauplätze statisch abgesichert werden

Welche Genehmigungen benötigen bauliche Anlagen?

Die Errichtung oder die Nutzungsänderung einer baulichen Anlage ist genehmigungspflichtig. Es gibt jedoch Ausnahmen, die in den jeweiligen Landesbauordnungen festgelegt wurden. So dürfen zum Beispiel folgende Arten von Gebäuden verfahrensfrei errichtet werden, aber abhängig von der jeweiligen Landesbauordnung:

  • Garagen mit weniger als 30 Quadratmeter Grundfläche
  • Gebäude in der Landwirtschaft, die nicht über eine Feuerstätte verfügen, kleiner als 100 Quadratmeter und nicht höher als fünf Meter sind
  • Gebäude geringer Größe ohne Feuerstätte, Aufenthaltsräume und Toiletten
  • Gartenlauben
  • Gewächshäuser (Firsthöhe unter fünf Meter)
  • Fahrgastunterstände
  • Schutzhütten
  • Terrassenüberdachungen

Es gibt weitere Ausnahmen, wie Feuerungs- und Energieerzeugungsanlagen oder Masten sowie vorübergehend aufgestellte Bauten.

Wer ist für die Genehmigung von baulichen Anlagen zuständig?

Wenn man eine Genehmigung für die Errichtung von baulichen Anlagen benötigt, ist die örtliche Baurechtsbehörde der geeignete Ansprechpartner. Diese Behörde ist üblicherweise beim Landratsamt oder der Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung angesiedelt. Dort erhält man auch eine detaillierte Auskunft darüber, ob die betreffende Anlage genehmigungspflichtig ist.

Welchen Einfluss haben bauliche Anlagen auf den Immobilienwert?

Wird die Immobilie nach dem Sachwertverfahren bewertet, müssen die baulichen Anlagen gemäß ihrer Herstellungskosten berücksichtigt werden, erhöhen also den Gesamtwert der Immobilie. Erfolgt eine Bewertung nach dem Vergleichswertverfahren ist es nötig, dass ausreichend viele Vergleichswerte von Immobilien vorhanden sind, die über ebenfalls vergleichbare bauliche Anlagen verfügen.

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