
Smart Building ist die Bezeichnung für eine Gebäudeautomation durch digitale Vernetzung von Zweckgebäuden wie Einkaufzentren, Büro- und Logistikgebäuden. Der Begriff Smart Home bezeichnet demgegenüber die Nutzung intelligenter Technologien in privat genutzten Gebäuden. Die Übergänge zwischen Smart Home und Smart Building sind beispielsweise bei Mietshäusern fließend, und der wesentliche Unterschied besteht in der Relevanz des Datenschutzes. Beim Smart Building wird strikt zwischen personenbezogenen und nicht-personenbezogenen Daten unterschieden, wobei die personenbezogenen Daten nicht ohne die Einwilligung der Nutzer verwendet werden dürfen.
Welche Ziele werden mit der Gebäudeautomation verfolgt?
Mit modernster Gebäudetechnik werden die Funktionen der Immobilien automatisiert. Die Entwicklung neuer intelligenter Technologien führt dazu, dass die Gebäude mitdenken und somit die Nutzer von Routineaufgaben entlasten. Über Sensoren registriert die Gebäudetechnik die Nutzergewohnheiten und steuert über programmierte Geräte Funktionen wie Beleuchtung, Beschattung, Klimaanlage und Heizung. Auf diese Weise kann ein Gebäude automatisch gesteuert werden, sodass Personal eingespart und die Effizienz erhöht wird. Mit der Gebäudeautomation werden drei Bereiche optimiert:
- die Energieeffizienz
- die Sicherheit
- der Komfort
Energieeffizienz ist ein wichtiges Thema und wird im Zusammenhang mit der beabsichtigten Reduzierung des CO2-Ausstoßes von Gebäuden immer wichtiger. Intelligente Heizungssysteme erkennen, wann die Heizleistung herauf- und heruntergefahren werden sollte und sparen damit Heizenergie. Auch bei der Beleuchtung, die bis zu 15 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht, führt eine Gebäudeautomation zu einer verbesserten Energieeffizienz, ohne den Komfort zu beeinträchtigen.
Beim Smart Building und Smart Home wird die Sicherheit erhöht, indem Überwachungssysteme installiert und mit dem Internet verbunden werden. Auf diese Weise können die Bewohner oder Nutzer jederzeit mobil überprüfen, ob im Gebäude alles in Ordnung ist. Durch eine Kombination mit einer Alarmanlage steigt der Einbruchschutz. Auch der Komfort wird durch eine intelligente Steuerung der Klimaanlage, der Jalousien oder der Unterhaltungstechnologie erhöht.
Welche Vor- und Nachteile hat die Gebäudeautomation?

Vorteile der Gebäudeautomation bestehen in einer optimierten Energieeffizienz und sinkenden Energiekosten sowie einem reduzierten CO2-Ausstoß. Auch die Sicherheit wird in einem Smart Building oder Smart Home durch die Nutzung intelligenter Technologien entscheidend erhöht. Sensoren und Kameras registrieren unbefugtes Betreten. Smarte Eingangstüren öffnen sich nur vorher definierten Nutzern, die einen Zahlencode eingeben, sich mit dem Smartphone oder über die Gesichtserkennung einer digitalen Kamera identifizieren. Modernste Technologien registrieren sogar Bewegungsmuster und benachrichtigen Kontaktpersonen, wenn auffällige Muster darauf hindeuten, dass eine Person im Gebäude in Gefahr ist.
Ein erhöhter Komfort wird beispielsweise durch Kühlschränke erreicht, deren Inhalt man via Smartphone überprüfen kann oder durch Unterhaltungselektronik, die ebenfalls mit Smart Devices gesteuert wird. Allgemein führt die Gebäudeautomation im Bereich Smart Building zu Effizienzvorteilen für das Facility Management.
Den Vorteilen stehen jedoch auch einige Nachteile gegenüber, die besonders den möglichen Missbrauch der Technologien betreffen. Vernetzte Systeme sind anfällig gegenüber Hacker-Attacken. Ein vollständig automatisiertes Gebäude könnte dadurch komplett lahmgelegt werden. Auch die Anfälligkeit für Reparaturen steigt mit zunehmendem Automatisierungsgrad tendenziell an. Hinzu kommen hohe Anschaffungskosten, welche die in Deutschland ohnehin schon hohen Baukosten weiter ansteigen lassen. Nicht zuletzt muss beachtet werden, dass bei einem komplexen Smart Building oder Smart Home qualifiziertes Personal für die Steuerung und Wartung der Gebäudetechnik benötigt wird.
Smart Building und Smart Home: Wem gehören die Daten?
Die Gebäudeautomation im Smart Building und Smart Home führt dazu, dass eine große Menge an Daten generiert wird. Der Datenschutz ist besonders beim Smart Building ein Problem, denn personenbezogene Daten dürfen nicht ohne Einwilligung verwendet werden. Im Hinblick auf die nicht-personenbezogenen Daten ist die Rechtslage noch nicht abschließend geklärt. Experten gehen davon aus, dass in Zukunft der Wert der Daten eines Smart Buildings höher sein wird als der Gebäudewert selbst. Bisher ist es nur möglich, die Nutzungsrechte an den Daten rechtssicher über einen Vertrag zu regeln. Sowohl die Einbauten als auch der Wert der Daten können in die Wertermittlung der Immobilie mit einfließen und den Immobilienwert steigern. Das kann sich insbesondere bei der Bewertung von Gewerbeimmobilien auswirken, da sich die Nutzungsmöglichkeiten erweitern.
Gebäudeautomation: Wo kann man sich über neueste Trends informieren?
Wer sich über die neuesten Trends und Features im Bereich Smart Home und Smart Building informieren möchte, kann folgende Messen besuchen:
- ELTEFA (Landesmesse der Elektrobranche) in Stuttgart
- HAUS – HOLZ – ENERGIE in Stuttgart
- Light and Building in Frankfurt am Main
Smart Building und Smart Home: aktuelle Trends
Im Bereich Smart Home werden Funktechnologien immer häufiger genutzt, denn dabei ist der Installationsaufwand geringer. Die Geräte können flexibler montiert werden, und außerdem ist ein kabelloses Design eleganter. Im Smart Building werden für die Gebäudeautomation vermehrt Cloud-Services verwendet, und die Digitalisierung eröffnet im Kontext mit dem Internet of Things (IoT) neue Perspektiven für die Gebäudeautomation.
Smart Home und Smart Building: Berücksichtigung im Mietrecht
Wenn Vermieter Wohnungen mit smarter Technologie ausstatten und damit den Gebrauchswert des Wohnraums erhöhen, dürfen sie die Investitionskosten als Modernisierungskosten auf die Mieter umlegen. Bauen Mieter intelligente Technologien ein, benötigen Sie eine Zustimmung des Vermieters, wenn umfangreiche Umbauten erforderlich sind. Außerdem kann der Vermieter verlangen, dass die Mieter die Wohnung beim Auszug wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzen.
Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich?
Im Hinblick auf die Digitalisierung von Gebäuden befindet sich Deutschland im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. Befürchtungen hinsichtlich möglicher Hacker-Angriffe und missbräuchlicher Datennutzung sowie hohe Kosten schrecken viele Bauherren ab. Perspektivisch ist jedoch damit zu rechnen, dass die Gebäudeautomation stark verbreitet sein wird, da sie entscheidende Vorteile bietet.
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