In Zeiten extrem niedriger Zinsen suchen Anleger nach Möglichkeiten, ihr Kapital mit lukrativen Renditen zu investieren. Auslandsimmobilien sind eine interessante Option, denn sie bieten in zweifacher Hinsicht Vorteile. Zum einen können mit der Wertentwicklung und Vermietung Renditen erzielt werden und zum anderen stehen sie für eine Selbstnutzung zur Verfügung. Im Folgenden wird die Frage beleuchtet, was Sie beachten sollten, bevor Sie Auslandsimmobilienkaufen und welche Länder besonders dafür infrage kommen.
Auslandsimmobilien kaufen und traumhafte Urlaube genießen

Viele Menschen träumen davon, eine Auslandsimmobilie zu kaufen, um sich ein privates Refugium für den Urlaub zu schaffen. Das hat verschiedene Vorteile. Man kann jederzeit spontan ein paar Tage in der eigenen Wohnung oder dem Ferienhaus verbringen und sich dort ganz nach Wunsch einrichten. Darüber hinaus planen die Eigentümer von Auslandsimmobilien häufig, diese als Altersresidenz zu nutzen und suchen sich deshalb bevorzugt Länder mit einem milden Klima aus. Der Wunsch nach einem Domizil im sonnigen Süden ist verständlich, doch bevor Sie Auslandsimmobilien kaufen, sollten Sie ausreichend Informationen sammeln.
In welchen Ländern lohnt sich der Kauf einer Auslandsimmobilie?
Aufgrund der schwachen Konjunktur in den südeuropäischen Ländern sind die Bedingungen, um dort Auslandsimmobilien zu kaufen, derzeit sehr gut. Die Eurokrise zwingt viele Eigentümer zum Verkauf, sodass man eine Wohnung oder ein Ferienhaus bereits für einen fünfstelligen Betrag erwerben kann. Es zieht deutsche Investoren jedoch nicht nur in den Süden. Folgende Länder besonders beliebt:
- Frankreich
- Portugal
- Spanien
- Italien
- Kroatien
- Schweden
Privatanleger können in diesen Ländern Auslandsimmobilien teilweise zu günstigen Preisen kaufen und außerdem sind diese Ziele innerhalb weniger Stunden mit dem Flugzeug zu erreichen.
In welchen Ländern ist der Kauf von Auslandsimmobilien schwierig?
Die Schweiz, Österreich, die Niederlande sowie Dänemark sind bei Investoren ebenfalls beliebt. Dort ist es jedoch schwieriger, Auslandsimmobilien zu kaufen:
- Schweiz: Wer hier Auslandsimmobilien kaufen möchte, muss mit strengen Auflagen und hohen Preisen rechnen. Denn das Alpenland setzt sich mit der sogenannten „Lex Koller“ gegen die „Überfremdung des heimischen Bodens“ zur Wehr. Interessenten an Schweizer Immobilien weichen in den letzten Jahren auf die französische Alpenregion aus.
- Österreich: HIer muss man zuvor eine Erwerbsgenehmigung einholen.
- Niederlande: In diesem Land Auslandsimmobilien zu kaufen ist nur dann problemlos möglich, wenn man diese nicht als Ferien-, sondern als Erstwohnsitz nutzt.
- Dänemark: Um hier Auslandsimmobilien zu kaufen, muss man mindestens fünf Jahre steuerpflichtig dort gelebt haben.
Wie kann man Auslandsimmobilien bewirtschaften?
Neben dem Kaufpreis sollte man die Kosten für die laufende Bewirtschaftung in die Kaufentscheidung einbeziehen. Will man die Wohnung oder das Ferienhaus ausschließlich selbst nutzen, ist es einfacher, die Bewirtschaftung sicherzustellen. Wer häufig Zeit in seinem Feriendomizil verbringt, sorgt meist selbst für die Sauberkeit und kann sogar den Garten selbst pflegen. Stehen Auslandsimmobilien allerdings die meiste Zeit des Jahres leer, sollte man einen Hausmeisterservice mit der Pflege beauftragen.Möchte man Auslandsimmobilien kaufen, um mit der Vermietung eine lukrative Kapitalrendite zu erwirtschaften, ist es notwendig, einen Hausmeisterservice für Reinigung und Gartenpflege zu engagieren. Außerdem benötigt man Personal, um die Feriengäste vor Ort zu betreuen. Die dafür aufzuwendenden Kosten sollten in die Kalkulation einbezogen werden.
Welche Steuern fallen bei Auslandsimmobilien an?

Über eine Million deutsche Bundesbürger sind Eigentümer von Auslandsimmobilien und jedes Jahr werden weitere 750.000 Auslandsimmobilien von Deutschen gekauft. Ob der Kauf im Hinblick auf eine Steuerersparnis Sinn macht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Grunderwerbsteuer wird fast immer fällig. Sie liegt zwischen einem bis vier Prozent in der Schweiz und maximal 13 Prozent in Griechenland. Dort müssen außerdem in bestimmten Fällen zusätzlich 25 Prozent Spekulationssteuer gezahlt werden. Lediglich in Dänemark fällt keine Grunderwerbsteuer an.
Außerdem müssen Eigentümer jährliche Grundsteuern entrichten. Darüber hinaus gibt es in verschiedenen Ländern Steuerarten, die in Deutschland unbekannt sind. In Italien, Frankreich und Spanien müssen Register- und Katastersteuern bezahlt werden, und in Spanien fallen für Neubauten Mehrwertsteuern an. Wenn man nach dem Kauf die Wohnung oder das Ferienhaus in Frankreich und Spanien nicht vermietet, kommen zu den Grundsteuern Wohn- oder Selbstnutzungssteuern hinzu. Hat die Auslandsimmobilie einen Wert über 700.000 Euro, werden in beiden Ländern außerdem Vermögenssteuern fällig.
Kann man mit Auslandsimmobilien Steuern sparen?
Wer die Auslandsimmobilien kaufen möchte, um diese als Kapitalanlage zu nutzen und zu vermieten, muss die Mieteinnahmen in der Steuererklärung als Einkünfte angeben. Die Aufwendungen für Reparaturen und Renovierungen sowie die Finanzierung können allerdings steuermindernd gegengerechnet werden.
Wie kann man Auslandsimmobilien finden und finanzieren?
Angebote für Auslandsimmobilien findet man auf speziellen Internetportalen. Bevor man für die Finanzierung einem Immobilienkredit beantragt, sollte man sich bei der „Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien“ informieren. Theoretisch ist es möglich, einen Bausparvertrag für die Finanzierung zu nutzen, dem muss die Bank jedoch zustimmen. Grund dafür ist, dass die Hypothekenrechte in den Ländern unterschiedlich sind, womit die Risikobeurteilung der Bank erschwert wird.
Wie erfolgt die Immobilienbewertung von Auslandsimmobilien?
Diese Art der Immobilienbewertung erfordert ein Höchstmaß an Expertise und Erfahrung und sollte deshalb unbedingt einem renommierten Immobiliengutachter übertragen werden. Mit einem professionellen Wertgutachten vermeiden Sie böse Überraschungen nach dem Kauf und deshalb sind die Kosten für das Immobiliengutachten eine überaus sinnvolle Investition.
Auslandsimmobilien zu kaufen, ist eine interessante Möglichkeit, höhere Kapitalrenditen zu erzielen und bietet zudem die Chance, sich im Ausland ein zweites Zuhause zu schaffen. Eine Auslandsimmobilie ist außerdem eine sinnvolle Investition, um für den Ruhestand vorzusorgen. Denn schon mittelfristig ist damit zu rechnen, dass die Immobilienpreise in den krisengebeutelten Ländern rund um das Mittelmeer steigen werden. Vor dem Kauf sollte man sich genau über die Bedingungen im jeweiligen Land informieren und die Immobilie professionell bewerten lassen.
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Dieser Beitrag wurde für Sie aktualisiert am: 11. September 2020


