Jedes Gebäude hat einen durchschnittlichen Jahresheizwärmebedarf, der sich aus dem Transmissionswärmebedarf und dem Lüftungswärmebedarf ergibt. Der Transmissionswärmebedarf beziffert den Wärmedurchgang der Gebäudeaußenteile. Der Lüftungswärmebedarf ergibt sich aus dem Lüftungsbedingten Austausch von warmer Innenluft und kalter Außenluft. Von den sich ergebenen Werten müssen noch Wärmegewinne abgezogen werden. Interne Wärmegewinne ergeben sich aus verschiedenen Wärmequellen, die nicht zur Heizung gezählt werden können und aus solaren Wärmegewinnen, die aus der Sonneneinstrahlung durch Türen und Fenster entstehen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden mit einem Teilbeheizungsfaktor multipliziert. Die Kennzahlen und der Heizwärmebedarf können sich auf die Gebäudenutzfläche oder das beheizte Bauwerksvolumen beziehen.
Der Jahresheizwärmebedarf ist ein Indikator der Energieeffizienz eines Gebäudes
Der Jahresheizwärmebedarf ist eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der Energieeffizienz eines Gebäudes. Er beschreibt die Menge an Wärme, die im Verlauf eines Jahres benötigt wird, um eine angenehme Raumtemperatur zu gewährleisten. Der Jahresheizwärmebedarf setzt sich aus dem Transmissionswärmebedarf und dem Lüftungswärmebedarf zusammen, wie oben beschrieben. Der Transmissionswärmebedarf gibt den Wärmeverlust durch die Gebäudehülle an, also durch Außenwände, Fenster, Dach und Boden. Der Lüftungswärmebedarf entsteht durch den Austausch von warmer Innenluft mit kalter Außenluft, sei es durch natürliche Lüftung oder durch eine kontrollierte Lüftungsanlage. Wie eine Wärmebedarfsberechnung nach DIN 4108-6 erstellt wird, erfahren Sie hier.
Der tatsächliche Jahresheizwärmebedarf
Um den tatsächlichen Jahresheizwärmebedarf zu berechnen, werden die Wärmegewinne des Gebäudes berücksichtigt. Interne Wärmegewinne entstehen durch die Nutzung von Haushaltsgeräten, Beleuchtung und durch die Wärmeabgabe von Personen, während solare Wärmegewinne durch die Sonneneinstrahlung durch Fenster und Türen entstehen. Diese Wärmegewinne tragen zur Reduktion des Heizwärmebedarfs bei, da sie zusätzliche Wärmequellen darstellen.
Wie energieeffizient ist das Gebäude?
Die Berechnung des Jahresheizwärmebedarfs erfolgt unter Berücksichtigung eines Teilbeheizungsfaktors, der angibt, welcher Anteil der Nutzfläche tatsächlich beheizt wird. Diese Kennzahl kann sich entweder auf die Gebäudenutzfläche oder auf das beheizte Bauwerksvolumen beziehen und dient als Grundlage für die energetische Bewertung eines Gebäudes. Ein niedriger Jahresheizwärmebedarf weist auf eine gute Energieeffizienz hin und bedeutet in der Regel geringere Heizkosten und einen geringeren CO₂-Ausstoß. Daher ist die Optimierung des Jahresheizwärmebedarfs durch Maßnahmen wie Wärmedämmung, moderne Fenster und effiziente Heizsysteme ein zentrales Ziel im energieeffizienten Bauen.


